TOM VAU

INTEGRATION: DIE KUNST DER ARTIKULATION

INTEGRATION:DIE KUNST DER ARTIKULATION – ORF III ARTIST IN RESIDENCE  1.1.2014 um 19.48 ORF III

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                                                                                                                                                                   Der Fokus von “Integration:Die Kunst der Artikulation!” liegt im (Zusammen)Spiel zwischen den auditiven und visuellen Wahrnehmungen der TV-Betrachter in Verbindung mit einem aktuellen kultur- bzw. sozialpolitischen Gesellschaftsschwerpunktes.

Die jährlich ausgestrahlte Neujahrsrede des österreichischen Bundespräsidenten wird als Rahmen bzw. Muster für die Signifikanz der (Aus)Sprache in Kombination des Aussehens als (Des)Integrationselement verwendet. Die jeweilige Landessprache oder Umgangssprache hat eine große identitätsstiftende Wirkung auf die gesellschaftliche Zugehörigkeit.

Wie wirkt derselbe Inhalt mit (stark) veränderter Artikulation und äußerem Erscheinungsbild auf die Betrachtenden? Sei es migrantisches Schwarz, Gelb, Kopftuch oder Burka, besteigen diese den gesellschaftlichen Olymp des Landes und bekleiden für einen Moment das höchste österreichische Amt. Verändert sich dadurch das Identitätsgefühl für die BürgerInnen, einerseits österreichischer Herkunft und andererseits mit Migrationshintergrund? Weiters wirft dies eine Frage von allgemeiner Wertigkeit von Mensch sein in einer Gesellschaft auf. Welchen Stellenwert hätte ein/e österreichische/r BundespräsidentIn mit z.B. arabisch stämmigen Wurzeln im TV? Wie stark wirken sich diese auditiven und visuellen Normabweichungen für die Konsumenten über das Medium Fernsehen aus?

Die letzten 3 Neujahrsreden Dr. Heinz Fischers von 2011 bis 2013 (sozusagen als Rückschau) werden am Abend der Neujahrsansprache 2013 von weiblichen und männlichen Personen migrantischer Herkunft nachgesprochen. Diese Reden sollen als Kontrast zum aufgezeichneten “Original” vorgetragen werden. Der Grund einen Menschen migrantischen Hintergrunds exakt die Wörter der letzten Neujahrsreden nachsprechen zu lassen ist, diesen als ein Objekt und nicht als Subjekt darzustellen. Denn in vielen Ländern der Welt und besonders in Österreich bedeutet Integration vor allem “eine absolute Anpassung an österreichische Sitten und Nachahmung dieser” für die jeweilige migrantische Seite. 

Als Abschluss erfolgt zeitgleich zur Neujahrsansprache 2014 von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer auf ORFeins und ORF 2, die veränderte Neujahrsansprache 2014, nachgesprochen von einem Menschen migrantischer Herkunft auf ORF III.